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TextverständnisBeispielaufgaben

Der MedAT · nur MedAT-H

Textverständnis

Ein Sachtext, drei Fragen. Im MedAT Textverständnis zählt nur, was sich aus dem Text ableiten lässt.

  • rund 35 Min., knapp 9 pro Text
  • 12 Fragen zu 4 Texten
  • Anteil 10 %

Was dich erwartet

Das Textverständnis im MedAT prüft, wie genau du liest. Du bekommst üblicherweise vier Sachtexte mit je drei Fragen, zusammen 12 Fragen in rund 35 Minuten.

Jede Frage hat fünf Antworten von A bis E, genau eine ist richtig. Fachwissen brauchst du dafür keines, es zählt nur, was dasteht. Falsche Antworten kosten keine Punkte.

Textverständnis gibt es nur im MedAT-H, dort zählt es 10 % des Testwerts. Aufgabenzahl und Zeit sind nicht amtlich veröffentlicht.

So sieht eine Aufgabe aus

Unser Beispiel ist stark gekürzt. Der Übungstext weiter unten hat rund 700 Wörter.

Beispieltext im Stil des MedAT, stark gekürzt

Rote Blutkörperchen

Rote Blutkörperchen entstehen beim Erwachsenen im roten Knochenmark, rund zwei Millionen pro Sekunde. Noch dort stoßen sie ihren Zellkern ab. Dadurch bleibt mehr Raum für den Blutfarbstoff Hämoglobin, teilen können sich die Zellen danach aber nicht mehr. Nach etwa 120 Tagen werden sie vor allem in der Milz abgebaut. Bei Sauerstoffmangel, etwa in großer Höhe, bildet der Körper vermehrt rote Blutkörperchen. Den Anstoß gibt das Hormon Erythropoetin (EPO), das vor allem die Niere herstellt. Ob ein Höhentraining die Leistung bei Wettkämpfen auf Meereshöhe verbessert, wird in der Sportmedizin unterschiedlich beurteilt.

Welche der folgenden Aussagen lässt sich aus dem Text ableiten?

  1. ARote Blutkörperchen werden nach etwa zwölf Tagen abgebaut.
  2. BHöhentraining verbessert die Leistung bei Wettkämpfen nachweislich.
  3. CRote Blutkörperchen im Blut besitzen keinen Zellkern.
  4. DWeil sie viel Hämoglobin enthalten, verlieren rote Blutkörperchen ihren Zellkern.
  5. EBeim Abbau der roten Blutkörperchen entsteht Bilirubin.

Richtig ist Antwort C. Die Zellen stoßen ihren Kern noch im Knochenmark ab, im Blut haben sie also keinen mehr. Wörtlich steht das nirgends, du verbindest zwei Sätze. A nennt die falsche Zahl, B ist sicherer als der Text, D vertauscht Ursache und Folge, und E stimmt zwar, steht aber nicht im Text.

Gefragt wird meist, welche Aussage sich aus dem Text ableiten lässt. Manchmal ist die Frage verneint, dann suchst du die eine Aussage, die sich nicht ableiten lässt.

Teste dein Wissen

Ein Übungstext

Wie in der App: erst lesen, dann die drei Fragen mit dem Text im Blick. Ausgewertet wird der ganze Text, mit Erklärung zu jeder Frage. Mehr Texte gibt es in der App.

Textverständnis 1 Texte · 3 Fragen
  1. Übungstext

    Drei Arten, Schmerz zu ordnen

    Schmerz und Nozizeption sind nicht dasselbe, auch wenn die Begriffe im Alltag durcheinandergehen. Nozizeption bezeichnet den messbaren Vorgang: Spezialisierte Nervenendigungen, die Nozizeptoren, nehmen einen schädigenden oder drohenden Reiz auf und leiten ihn weiter. Schmerz dagegen ist die Erfahrung, die daraus entstehen kann, aber nicht muss. Nozizeption ohne Schmerz kommt vor, etwa in den ersten Minuten nach einer schweren Verletzung, und Schmerz ohne erkennbare Nozizeption ebenso. Um die Vielfalt zu ordnen, unterscheidet die Fachwelt heute drei Mechanismen. Sie beschreiben, auf welchem Weg der Schmerz zustande kommt, und nicht, wo er sitzt.

    Der nozizeptive Schmerz ist der geläufigste. Er entsteht, wenn Nozizeptoren durch eine tatsächliche oder drohende Gewebeschädigung gereizt werden: bei einem Bruch, einer Verbrennung, einer Entzündung. Innerhalb dieser Gruppe wird weiter unterschieden. Somatischer Schmerz geht von Haut, Muskeln, Gelenken oder Knochen aus und lässt sich gut auf eine Stelle festlegen. Viszeraler Schmerz stammt aus den inneren Organen, wird als dumpf und drückend beschrieben und ist schwer zu orten; häufig wird er in weiter entfernten Hautgebieten empfunden, was als übertragener Schmerz bezeichnet wird.

    Schon die Weiterleitung verläuft zweigleisig. Ein Teil der Meldungen erreicht das Rückenmark über markhaltige Fasern, die den Reiz mit 5 bis 30 Metern je Sekunde befördern; sie tragen den hellen, gut zu ortenden ersten Schmerz. Ein zweiter Teil läuft über marklose Fasern, die es nur auf etwa 1 Meter je Sekunde bringen und den dumpfen, nachziehenden zweiten Schmerz vermitteln. Wer sich den Zeh anstößt, erlebt beide nacheinander und merkt am eigenen Leib, dass hier zwei verschiedene Leitungen am Werk sind.

    Der neuropathische Schmerz hat eine andere Ursache. Ihm liegt eine Schädigung oder Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems zugrunde, also jenes Systems, das Berührung, Temperatur und Schmerz meldet. Betroffene beschreiben ihn oft als brennend, einschießend oder elektrisierend. Kennzeichnend ist ein Nebeneinander, das zunächst widersprüchlich wirkt: Im selben Hautgebiet, in dem es schmerzt, ist die Empfindung häufig zugleich herabgesetzt. Taubheit und Schmerz schließen einander also nicht aus, sondern treten gerade zusammen auf. Typische Beispiele sind die Nervenschädigung bei langjährigem Diabetes und die Beschwerden, die nach einer Gürtelrose zurückbleiben können. Bei etwa jedem dritten Menschen mit langjährigem Diabetes ist das Nervensystem in dieser Weise betroffen, und rund 10 Prozent derer, die eine Gürtelrose durchgemacht haben, behalten Beschwerden zurück.

    Zwei Begriffe werden hier regelmäßig verwechselt. Von Allodynie spricht man, wenn ein Reiz Schmerz auslöst, der normalerweise keinen auslöst, etwa das Streichen eines Wattebauschs über die Haut. Hyperalgesie meint die verstärkte Antwort auf einen Reiz, der ohnehin schmerzhaft ist, etwa einen Nadelstich. Beide kommen beim neuropathischen Schmerz häufig vor, beweisen ihn aber nicht: Sie treten auch bei anderen Formen auf.

    Die dritte Gruppe ist die jüngste. Die zuständige internationale Fachgesellschaft führte 2017 den noziplastischen Schmerz als eigenständige Beschreibung ein. Gemeint ist Schmerz, der aus einer veränderten Nozizeption hervorgeht, obwohl sich weder eine Gewebeschädigung noch eine Erkrankung des somatosensorischen Systems nachweisen lässt. Die Verarbeitung selbst ist verändert, nicht das gemeldete Ereignis. Zur Gruppe gerechnet werden unter anderem die Fibromyalgie und ein Teil der langjährigen Rückenbeschwerden.

    Die drei Mechanismen schließen einander nicht aus. Bei einer Krebserkrankung kann ein Tumor Knochen angreifen und dabei Nozizeptoren reizen, während er zugleich auf einen Nerv drückt; dann liegen nozizeptiver und neuropathischer Schmerz nebeneinander vor. Solche Mischbilder sind eher die Regel als die Ausnahme. Die Einteilung benennt deshalb Mechanismen und nicht Krankheiten, und ein Mensch kann mehr als einen davon zugleich haben.

    Wozu der Aufwand? Weil die Zuordnung die Untersuchung lenkt. Wer den Mechanismus im Blick hat, fragt nach anderen Dingen als jemand, der nur nach dem Ort sucht: Ist die Empfindung im betroffenen Gebiet verändert? Passt die Ausbreitung zum Versorgungsgebiet eines Nervs? Besteht der Schmerz fort, obwohl das ursprüngliche Ereignis lange zurückliegt? Erst diese Fragen trennen die Gruppen voneinander.

    Die Grenzen bleiben allerdings unscharf. Für den noziplastischen Schmerz gibt es keinen Laborwert und keine Aufnahme, die ihn sichert; die Zuordnung erfolgt über das Muster der Beschwerden und über den Ausschluss der beiden anderen Gruppen. Wo genau er vom neuropathischen Schmerz abzugrenzen ist, wird weiter diskutiert. Dazu passt, dass dieselbe Fachgesellschaft 2020 auch ihre allgemeine Begriffsbestimmung überarbeitet hat, und zwar mit der ausdrücklichen Absicht klarzustellen, dass Schmerz nicht an eine nachweisbare Schädigung gebunden ist. Die Einteilung ist damit ein Ordnungsangebot, das sich bewährt hat, und keine abgeschlossene Systematik. Auch die Zahlen zur Häufigkeit schwanken erheblich zwischen den Erhebungen, weil sie davon abhängen, wie streng die Kriterien angelegt werden und wer überhaupt untersucht wird.

    1. Frage 1 von 3

      Welche der folgenden Aussagen lässt sich aus dem Text ableiten?

      Lösung ansehenErklärung

      Richtig ist Antwort C: Schmerz aus einem inneren Organ kann fern seines Ursprungs empfunden werden.

      Der Text beschreibt den viszeralen Schmerz als schwer zu orten und häufig in entfernten Hautgebieten empfunden. Option D vertauscht die Beschreibungen von Allodynie und Hyperalgesie, Option A jene von somatischem und viszeralem Schmerz.

    2. Frage 2 von 3

      Welche der folgenden Aussagen lässt sich nicht aus dem Text ableiten?

      Lösung ansehenErklärung

      Richtig ist Antwort B: Seit der Einführung der dritten Gruppe im Jahr 2017 sind die beiden älteren Beschreibungen überholt.

      Der Text stellt fest, dass sich die drei Mechanismen nicht ausschließen und Mischbilder eher die Regel sind. Von einer Ablösung der älteren Gruppen ist nirgends die Rede.

    3. Frage 3 von 3

      Welche der folgenden Aussagen lässt sich aus dem Text ableiten?

      Lösung ansehenErklärung

      Richtig ist Antwort A: Die Zuordnung zur dritten Gruppe stützt sich auf das Muster und den Ausschluss.

      Der Schlussabsatz nennt für die dritte Gruppe ausdrücklich das Muster der Beschwerden und den Ausschluss der beiden anderen als Grundlage der Zuordnung. Option E verändert eine einzige Ziffer der Jahreszahl.

MedAT ONE

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  • Lesephase mit mitlaufender Uhr
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Textverständnis in der App MedAT ONE: Lesephase mit Uhr

Häufige Fragen

Wie viele Texte gibt es im MedAT-Textverständnis?

Üblicherweise vier Texte mit je drei Fragen, zusammen 12 Fragen. Amtlich veröffentlicht sind diese Zahlen nicht.

Wie viel Zeit hat man im MedAT für das Textverständnis?

Üblicherweise rund 35 Minuten für alle Texte, also knapp 9 Minuten pro Text. Wie du die Zeit auf die Texte verteilst, entscheidest du selbst.

Wie viel zählt das Textverständnis beim MedAT?

10 % des Testwerts beim MedAT-H. Falsche Antworten kosten keine Punkte.

Gibt es Textverständnis auch beim MedAT-Z?

Nein. Beim MedAT für Zahnmedizin treten die Manuellen Fertigkeiten an die Stelle von Textverständnis und Implikationen erkennen.

Braucht man für das Textverständnis Vorwissen?

Nein. Es zählt nur, was im Text steht. Eine Aussage, die zwar stimmt, im Text aber nicht vorkommt, ist nicht ableitbar.

Offizielle Infos

Laut den Verordnungen der Universitäten prüft das Textverständnis die Lesekompetenz und das Verständnis von Texten. Aufgabenzahl und Zeit stehen dort nicht, die offiziellen Unterlagen dazu gibt es im VMC.

MedAT ONE ist ein unabhängiges Angebot und nicht mit den Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck, Graz oder der JKU Linz verbunden. Verbindlich sind die Angaben auf medizinstudieren.at und in den Verordnungen der Universitäten. Unsere Aufgaben sind selbst erstellt und im Stil des MedAT gehalten.